This page has been moved, please update your reference.
If your browser does not forward you to the new address, please use the link below.

To the new page

Diese Seite ist jetzt auf einer neuen web Seite.
Falls Ihr Browser Sie nicht automatisch weiterleited, klicken Sie bitte auf diesen Link:

Zur neuen Seite

Rauchzeichen

Rolltreppe Abwärts

Overture zum gleichnamigen Theaterstück über die Situation von Heimjugendlichen.

Musik: Pit Budde

Instrumental

Was Kann Schöner Sein ...!

Ein "Drückeberger", einer der mit faulen Tricks um den Aufenthalt in der Rüchgratbiegerei herumgekommen ist.  Keine Verweigerung, kein gradliniger Kampf gegen die Institution des Militärs.  Die absolute Ablehnung der verlogenen Moral der Gesellschaft.  Die Sologitarre bei COCHISE zu spielen ist auf jeden Fall besser als das G-3 bei der Bundeswehr.

Text und Musik: Günther Holtmann

Eines Tages war es soweit,
Da kam ein Brief ins Haus geschneit,
Das war mein Musterungsbescheid.
Ach du meine große Scheiße,
Dachte ich so bei mir,
Was woll'n die Ärsche denn von mir?

Was kann schöner sein auf Erden,
Als Bundeswehrsoldat zu werden,
Was kann denn wohl schöner sein?

Und dann stellte ich mir vor,
Ich ständ vor'm Kasernentor
In Uniform und mit kurzgeschorenem Haar.
Mich durchfuhr ein kalter Schauer,
Dann überlegte ich genauer
'ne Stunde lang, und die Idee war da.

Mein Freund arbeitet im Krankenhaus,
Der brachte mir Spritzen mit nach Haus,
Und stach mir Löcher in den Arm.
Ich wusch mich nicht 'ne Woche lang,
Zog uralte Klamotten an,
Und rasierte mich nicht,
Bis der Tag endlich kam.

Was kann schöner sein auf Erden,
Als Bundeswehrsoldat zu werden,
Was kann denn wohl schöner sein?

Vorher die ganze Nacht,
Hab' ich kein Auge zugemacht,
Trank viel Alkohol und viel Kaffee.
So präpariert kam ich dann,
Beim Kreiswehrersatzamt an,
Völlig im Arsch und total verstört.
Der Musterungsarzt war empört,
Dann hab' ich das Ergebnis gehört:
LEISTUNGSFUNKTIONSGESTÖRT!

Was kann schöner sein auf Erden,
Als Bundeswehrsoldat zu werden,
Was kann denn wohl schöner sein?

Ich kann dir sagen,
was schöner ist,
Als der ganze Militaristenmist,
100 001 Sachen, die ich viel lieber mache.

Ballade Von Der Hester Jonas

Peter Maiwald, ein in Neuss lebender zeitgenössiger Dichter, schrieb diese Ballade nach einer Gerichtsnotiz aus dem Jahre 1635: "Hester Jonas, Ehefrau des Peter Meurer, an der Windmühle zu Neuss, verbrannt am 24. Dezember 1635 dortselbst."

Text: Peter Maiwald
Musik: Pit Budde

Unten im Gnadental geschah eine Geschicht,
Die hat schön angefangen und endete so nicht.
Die Hester Jonas war des Peter Meurer Weib,
Sie hatte grobe Hände und einen jungen Leib.

Die Tag waren Arbeit, die Nächte waren leer
Und Hester hatte Träume und träumte immer mehr.
Und morgens an der Erft wenn sie die Wäsche rieb,
Erzählte sie den Frauen was von den Träumen blieb.

Da war aus Wein der Fluß
Die Bäume trugen Brot
Im Hamfeld blühten Kirschen
Die war'n im Winter rot
Kein Krämer fuhr den Karren
Kein Geld brauchte ein Kleid
Kein Mensch brauchte zu darben
Kein Weg war mehr zu weit.

Die Frauen hörten sie mit lachendem Gesicht
Schön ware Hester's Träume und schadeten doch nicht.
Und mittags auf dem Markt, wo mancher Händler rief,
Geschah's, daß um die Jonas mehr Volk zusammenlief:

Die Städte werden fallen
wo reich nur wenig sind
Die armen Leute steigen
Zum Reichtum ohne Sünd
Und gibt nicht mehr den Fürst
Nicht Bischof und nich Zar
Und wird nicht sein am morgen
ie es am Abend war

Die Männer zeigten ihr of einen schiefen Mund,
DIe besseren sagten: Hester, du richtest dich zu Grund.
Des Nachts zum kühlen Graß kamen sie hungrig doch
Und wollten Hester's Träume und baten: Heute noch!

Da kamen in der Früh zwei Männer aus der Stadt
Und schleppten Hester Jonas vor einen Magistrat.
Da war die Red' von Gott, da war die Red' von ihr
Da war die Red' von Träumen die kränken Mensch und Tier.

Und quetschten ihr den Hals und brachen ihr Gebein,
Die ganze Stadt hat Tage voll Hester Jonas' Schrein.
Und unterschrieb die Schuld mit der verkrümmten Hand
Und schrie noch lange Träume, bis sie das Feuer fand.

Die Städte werden fallen
wo reich nur wenig sind
Die armen Leute steigen
Zum Reichtum ohne Sünd
Und gibt nicht mehr den Fürst
Nicht Bischof und nich Zar
Und wird nicht sein am morgen
Wie es am Abend war

Der Bitterböse Friederich

Der "Bitterböse Friederich" stammt aus dem Kinderstück "Antistruwelpeter" des "Hoffmann's Comic Theater".  Wir haben den Text übernommen, und eine neue Musik dazugemacht.

Text: R. Moebius
Music: Günther Holtmann & Pit Budde

In der dreckigen Stadt wurde ich geborn'
Hab die Augen aufgemacht und ich hab' gefror'n
Ich hab' geschrien und sie haben mich geschlagen
Sie haben mir beigebracht zu sprechen doch verboten zu fragen.

Meine Muter hatte mich lieb aber keine Zeit
Sie sagte: "Sei brav und du kommst in den Himmel."
Doch das war mir viel zu weit.
Mein Vater war überall, nur nie bei mir
und so bin ich aufewachsen, wie ein wildes Tier.

Und ich hab mich gewehrt weil ich leben wollte
Und ich hab nie getan was ich tun sollte
Und alle braven Kinder zeigen mit dem Finger auf mich
Und schreien:
Da kommt er wieder, der bitterböse Friederich!
Da kommt er wieder, der bitterböse Friederich!

Ich war kaum in der Schule aks sie sagten das ich dumm bin
Und alles was ich sagte das nannten sie Unsinn.
meinen Lehrern war's egal ob ich dummbleibe
Meinen Eltern war's egal wo ich mich 'rumtreibe.
Jetzt ist es mir egal, was sie über mich sagen,
Auch wenn die alten Frau'n Angst vor mir haben.
Ihr sagt ich sei zu faul um arbeiten zu geh'n
Doch ich sag: Ihr seid doch zu faul, um mich zu versteh'n.

Jetzt schluckt sie endlich runter eure alten Phrasen,
Faßt euch endlich mal an die eigenen Nasen,
Holt die Polizei, hetzt eure Hund auf mich!
Denn hier kommt er wieder, der bitterböse Friederich!
Denn hier kommt er wieder, der bitterböse Friederich!

Das Anarchistenschwein

Man sollte darüber lachen, denn Lachen befreit von der Angst.  Dinge die ich nicht sage, nicht denken soll, jkann ich jetzt aussprechen, weil ich darüber lache.  Es ist ein bitteres Lachen.

Text und Musik: Pit Budde

Komm ein jeder starker Mann,
Der für's Vaterland kämpfen kann,
Sogar Frauen sehn wir gern,
Die sich ihrer Häute wehr'n
Oma und Opa sind auch dabei,
Endlich wieder 'ne Schießerei.

Wir müssen unser Land befrei'n
Vom Anarchistenschwein
Packt dei Gewehre aus
Wir rotten sie alle aus

Jubel, Trubel und Freibier,
Diesen Krieg gewinnen wir.
Wir waren ja schon depremiert
Hundert Jahre und kein Sieg.
Der liebe Gott hat's gut gemeint
Er schickte uns 'nen Feind

Wir müssen unser Land befrei'n
Vom Anarchistenschwein
Packt dei Gewehre aus
Wir rotten sie alle aus

Springer, Schmidt und die Genossen
Reichen sich jetzt mal die Flossen
Genscher, Strauß, die CDU
Keiner sieht diesmal nur zu
Das ganze Parlament wird vereint
Durch den gemeinsamen Feind

Wir müssen unser Land befrei'n
Vom Anarchistenschwein
Packt dei Gewehre aus
Wir rotten sie alle aus

Ist einer verdächtig wie von Rauch
Knüpfen wir ihn einfach auf
Und so auch ein Heini Böll
Böllt bald nur noch in der Höll
Und jeden Sympathisant
Stell'n wir an die Wand.

Wir müssen unser Land befrei'n
Vom Anarchistenschwein
Packt dei Gewehre aus
Wir rotten sie alle aus

Kannst Du Das Mitansehen

Bruno und Klaus aus Kleve schrieben diesen Text anläßlich einer Hausdurchsuchung am Vorabend der Demonstration in Kalkar.  Schwerbewaffnete Polizei und Bundesgrenzschutz durchsuchten ihre Wohngemeinschaft nach Waffen, die angeblich zum Sturm auf den "Schnellen Brüter" hatten zum Einsatz kommen sollen.

Text: Bruno Schmitz und Klaus Marten
Musik: Pit Budde

Einen Abend vor der Demo,
Na da war'n sie endlich da
50 Mann vom Bundesgrenzschutz,
Zu Besuch auf Razzia.
Sie umstellten Haus und Hof
Und brüllten: Kommt nun endlich raus!
Ohne was zu verbergen
Machten wir dir Türe auf.
Mit MP und Helm und Schlagstock
Drangen sie in unser Haus
Stießen uns mit ihren Knarren
Auf den Hof hinaus

Kannst du das mitanseh'n
Was man da mit uns macht!
Eines Tages wird's geschehen
Daß sie vor deiner Tür stehn in der Nacht!

Sie durchsuchten alle Räume
Hoch vom Keller bis zum Dach.
Sie durchwühlten Schränke, Betten,
Kühlschrank und so manches Fach,
Nach 'ner guten halben Stunde
ar das ganze Ding vorbei,
Wurden Sie bei uns nicht fündig,
Waffen gab es keinerlei.
Hinterlassen hat's bei uns Entsetzen,
Schrecken und auch Wut,
Doch mit solchen Terrorakten
Nehmen sie uns nicht den Mut.

Kannst du das mitanseh'n
Was man da mit uns macht!
Eines Tages wird's geschehen
Daß sie vor deiner Tür stehn in der Nacht!

Nach dem Einsatz spürten alle:
Chile ist nicht mehr weit.
Polizeistaat hier in Deutschland
Dazu sind wir nicht bereit.

 

Jeder Traum

Rauchzeichen

Eine indianische Frau sandte folgende Botschaft an die Führer der Europäer:
"Wenn ihr den letzten Fluß verschmutzt habt, den letzten Fisch gefangen, den letzten Baum abgeholzt habt - schlimmerweise werdet ihr erst dann einsehn, daß ihr euer schönes Geld auf der Bank nicht essen könnt ..."

Text: Fred Ape
Musik: Fred Ape und Pit Budde

Wenn ihr den letzten Baum zerstört,
Dem letzten Fluß die Klarheit nehmt,
Den letzten Wilden habt bekehrt,
Der letzte Vogel nicht mehr singt,

Die letzte Straße angekommen,
Der letzte Wald zum Parkplatz wird,
Der letzte Krieg endlich gewonnen,
Der letzte Strand mit Öl verschmiert ...

Werdet ihe erst dann einseh'n,
Daß ihr euer schönes Geld
Auf der Bank nicht essen könnt
Welch Menge ihr auch nennt ...

Wenn ihr den letzten Fisch gefangen,
Die letzte Erde aufgeteilt
Die letzte Bombe hochgegangen,
Die letzten Ernten sind verseucht,

Die letzte Mutter Kinder liebt,
Der letzte Mensch durch Folter stirbt,
Der letzte Gott den Segen gibt,
Der letzte Hitler für sich wirbt ...

Werdet ihe erst dann einseh'n ...

Das letzte Mehr voll Abfall ist,
Die letzte Erde ausgehölt,
Der letzte Tanker langsam bricht,
Das letzte Paradies zerstört,

Die letzte Menschlichkeit besiegt
Das letzte Hochhaus hoch genug
Die letzte Lüge Beifall bringt
Die letzte Blume fault im Krug

Werdet ihe erst dann einseh'n, ...

Im Laufe Der Woche

Am 3. Mai 1979 wurden auf dm Marktplatz in Dortmund 1200 Rekruten öffentlich vereidigt.  Bei Zapfenstreich und Fackelschein wurden Gegendemonstranten von Polizei und Militär gemeinsam niedergeknüppelt.

Am 5. Mai 1979 wurde der Revierpark Wischlingen eröffnet.  Auf dem gleichen Gelände stand ein von uns selbstverwaltetes Freizeitzentrum, das nach 5 Jahren gutfunktionierender Kulturarbeit unter dem Schutz der Polizei abgerissen wurde.

Nach mehreren Tagen Einzelhaft erhängte sich der 14jährige Rude Anuth am 15. April 1979 in der Bochumer Vollzugsanstalt Krümmede.  Die polizei warf ihm Ladendiebstahl zu.  Seine "Diebesbeute" bestand aus: Süssigkeiten, fünf kleinen Teddybären, zwei Kerzen, ein Hammer, ein Bargeldbtrag von 25,- DM ...

Text und Musik: Fred Ape

Die letzten Trümmerberge
Sind noch zu sehn and manchen Stellen
Da kommen schon die nächsten an,
Die vom deutschen Reich erzählen.
Die Arme stolz sich recken,
Der Führergruß it wieder dabei,
Sie brauchen sich auch nicht verstecken,
Denn Deutschland war noch nie so frei.
Da kommen andre wie vermessen,
Die wollen diese Nazis nicht,
Das war doch alles schon mal da,
Vergessen wir das bitte nicht.
Und protestieren mit Trillerpfeifen
Oder werfen gar ein faules Ei,
Schon kommt, für manch kaum zu glauben,
'ne Hundertschaft der Polizei.
Und schützen die Neonazies,
Mit Stöcken, Helmen, Stiefeltritt,
Filmen die Gegendemonstranten
Und nehmen sogar einige mit.
Die Faschisten hämisch grinsend,
rein arisch mit festem Blick,
Verlesen lässig ihre Parolen der Nazipolitik.

Wer sind den die Verbrecher,
Wer gehört den in de Knast,
Wer ist brutal und rüchsichtslos
Und wird doch nie bestraft?
Ihr seid doch die Terroristen,
Die Angst ist eure größte Not,
Ihr habt doch keine Antwort mehr
Und plant euren eigenen Tod!

Unterdessen stehen in Dortmund
1200 Rekruten an
Und warten auf den Zapfenstrich,
Bald ist man guter Untertan.
Da fragen sich 'ne menge Leute,
Was dies Theater soll
Schreine gegen die Marionetten,
Die finden sich so männlich toll.
Schon kommt zu den grauen Helmen,
Die Farbe grün dazu
Die Polizei natürlich wieder
Läßt auch diesmal keine Ruh.
Und knüppeln drauf
auf jene Feinde dieser junge Republik,
Die einfach nur den Frieden wollen
Ohne Rüstungspolitik.
Dann wird drei Tage hinterher,
Ein Freizeitpark dem Volk serviert
Doch muß man dazu wissen,
Hier wird die Freizeit betoniert.
Am gleichen Ort, vom Park zertreten,
Stand ein selbstverwaltetes Haus
Und natürlich, der Freund und Helfer,
Half mit und schmiß die Leute raus.

Wer sind den die Verbrecher, ...

Nach Harriburg und hundert Fällen
Des Versagens vom Atom
Erzeugen diese Mordmaschinen
Von Menschenhand noch weiter Strom.
Da jeden Tag bewiesen wird,
Wie gefährlich so was ist,
Kommt so manchem der Gedanke,
Daß man die Ato,mkraftwerke schließt.
Und fordert fast in Notwehr
Auf dem Platz "Atomstrom Nein"
Schon wieder kommt die Polizei
Und kassiert den Rüpel ein.
Der Richter auch ein Demokrat,
Entlarvt ihn noch als Anarchist
Und er muß dafür bezahlen,
Daß er ein Lebebsschützer ist.
Am anderen Tag
Wird ein Lehrer zum Schulrat aufgerufen,
Sein Unterricht sei subjectiv,
Man hat den Computer angerufen.
Und siehe da,
Da war mal was mit Wohngemeinschaft oder so
Und verhaspelt sich als Kriegsdienstgegner
Und kriegt Berufsverbot.

Wer sind den die Verbrecher, ...

So finden heute kaum noch Arbeit auch,
Die fleißig danach suchen
Wer heute nicht das Abi hat,
Wird die Zukunft bald verfluchen.
So hängt man in der Kneipe rum
Oder in der Disco ohne Sinn
Liegt den Eltern auf der Tasche
Und weiß nicht mehr wohin.
So mancher schafft das alles nicht
Braucht Geld und macht nen Bruch
Schon kommt die Polizei dazu
Erwischt ihn beim ersten Versuch.
Dann liegt er in der Zelle,
In Bochum ist es passiert
Und hängt sich dann am Gürtel auf,
Wer hat dies Leben wohl ruiniert?
Zwischendurch in Düsseldorf
Ist der Maydanek-Prozess im Gang,
Der, na klar, mit Freispruch endet,
weil man sich nicht erinnern kann.
Und wagt einer vor Empörung
Gegen den Skandal zu schrei'n
Schon wieder kommt die Polizei
Und kassiert auch diesen ein.

Wer sind den die Verbrecher, ...

Jeder Traum

Louis Fürnberg wurde 1909 geboren und schloß sich schon in den 20er Jahren der sozialistischen Jugendbewegung an.  Während des Faschismus war er im politischen Untergriund aktiv.  1939 wurde er verhaftet, durch 13 Gefängnisse geschleppt und taub geschlagen.  Nach seiner Flucht im gleichen Jahr blieb er bis 1946 in Jerusalem im Exil.  Die Schrecken des Faschismus noch vor Augen schrieb er 1950 das Gedicht "Jeder Traum".

Text: L. Fürnberg
Musik: Pit Budde

Jeder Traum, an den ich mich verschwendet,
Jeder Kampf, wo ich mich nicht geschont,
Jeder Sonnenstrahl der mich geblendet,
Alles hat am Ende sich gelohnt.

Jedes Feuer das mein Herz gefangen,
Jede Sorge die mein Herz beschlich
War's oft schwer so ist's ja doch gegange,
Narben blieben, doch es lohnt sich.

Unser Leben ist nicht leicht zu tragen
Nur wer fest sein Herz in Händen hält
Hat die Kraft zum Leben ja zu sagen
Und zum Kampf für eine neue Welt.

Jeder Tag ist in mein Herz geschlossen
Der auch mich zu diesem Dienst beschied.
Was ich singe, sing' ich den Genosen
Ihre Träume geh'n durch mein Lied.

Räuberballade

Eine rare, mono aufgenomme Live-Aufnahme von 1980, noch in der ersten COCHISE-Besetzung, in der "Sonne" in Herne.

Text: F. Vilon - Übertragung: Paul Zech
Musik: Pit Budde

An einem grauen Regentag
Hat uns der Hauswirt ausquartiert.
Und weil die Stadt am Wasser lag,
Sind wir nach Norden abmarschiert.
Da stand ein Dorf im nassen Gras,
Und als die Sonne wieder schien
Und jedes Tier ein Haus besaß,
Da mußten wir doch weiterziehn.

Sie sagten, daß man uns
Auf tausend Schritt schon riechen kann,
Es gäb hier nichts zu erben.
Und was man uns vom Brot abschnitt,
Das war zuviel, für ihrer drei zum Sterben

Kennt ihr den Hohlweg von Laon,
Drei Straßen durch den Tannenwald.
Da hat uns plötzlich ein Cochon
Die Kugeln um den Kopf geknallt
Wir wollten ihm den Wagen nur,
Herausziehen aus dem dicken Dreck.
Und alles was da mit ihm fuhr,
War furchtbar aufgeregt vor Schreck.

Sie sagten, daß man uns ...

Der Bauer stiehlt dem Herrn das Brot,
Dem Bauer stiehlt es der Baron.
Und einer schlägt den anderen tot,
Für nicht als einen Gotteslohn.
Was übrigbleibt stinkt auf der Welt
Herum und hat ein dickes Fell.
Wie gerne machten wir zu Geld,
Das Fell von Meister und Gesell.

Sie sagten, daß man uns ...

Der Wein ist teuer, und zu dritt
Ein Bett im Wirtshaus ist es auch.
Im Beutel ging die Laus nur mit,
Das Geld lag längst verfault im Bauch.
Da kamen drei Soldaten her,
Mit einem roten Band im Hut.
Die sagten, ei, für das Gewehr,
Da seid ihr alle drei noch gut.

Wir aber rochen schon
Auf tausend Schritt den Höllenpfuhl,
Da gab es nichts zu erbem.
Denn wo im Feld die rote Sichel schnitt,
da waren Männer nie genug zum Sterben.

Sie starben wie man eben sterben muß.
Weil's ihrer viel zu viel auf dieser Welt schon gibt.
Die Köpfe fielen ab und trieben auf dem Fluß vorüber,
und es wurde niemand davon blind.

Die Waffen Sind Verschrottet

Das Lied war fest eingeplannt für die erste COCHISE LP: RAUCHZEICHEN, mußte dann aber aus Zeitgründen aus dem Konzept genommen werden.  Die Version auf der CD ist das Original-Demo, noch ohne Schlagzeug aufgenommen.

Text: Liselotte Rauner
Musik: Pit Budde

Die Waffen sind verschrottet,
Kasernen stehen leer.
Der Krieg ist ausgerottet,
und Feinde gibt's nicht mehr.

Ein Unterschied der Rassen,
Ist nirgendwo bekannt.
Die Führer sind entlassen,
Die Schuldigen erkannt.

Die Ängste sind vergessen,
Die Lügen sterben aus.
Wer hungrig ist kann essen,
Und jeder hat ein Haus.

Wir werden ihn beschreiten,
Den Weg der neuen Zeit.
Und heute vorbereiten,
Was morgen uns befreit.

Verlust Eines Heiligenscheins

Instrumentalstück inspiriert von einem kurzen Beaudelaire-Text.  Die Aufnahme stammt, wie auch "Ja damals" aus einer Vorproduktion für das 1982 erschienene Projekt: DER PUMA ZIEHT NACH NORDEN.

Musik: Pit Budde

Ja Damals

Musik: Pit Budde

 

Wir Werden Leben

Wir Werden Leben

Das Lied haben wir für all die geschrieben, die sich nicht entmutigen lassen, in einer Zeit, die vielleict die letzten Jahre der Menschheit sind.  In einer Zeit, in der ein wahnsinniger Rüstungswettlauf betrieben wird, in der die Natur durch das Profitdenken ubd die Aroganz der Fortschrittsgläubigen systematisch zerstört wird.  Trotzdem:  Wir werden leben!

Text und Musik: Pit Budde

Wir sind nicht hilflos, nein wir sind viele!
Ihr lehrt uns jeden Tag euch mehr zu hasse
Und was uns jetzt noch trennt,
Von dem was man Freiheit nennt,
Trotz eurer Waffen,
Wir werden es schaffen!

Wir sind nicht hilflos, nein wir sinf viele!
Und doch zu wenig, um jetzt zu siegen.
Und was uns jetzt noch trennt,
Von dem was man Freiheit nennt,
Unsere Zerstrittenheit,
Die sind wir längst schon leid.

Wir sind nicht resigniert, wenn ihr uns schikaniert,
Mit dem Berufsverbot und mit gefängnis droht.
Und was uns jetzt noch trennt,
Von dem was man Freiheit nennt,
Die Unterdrücker hier,
Die verjagen wir!

Wir werden leben, uns nie ergeben,
Wir werden uns befrein, wir werden Menschen sein!
Und was uns jetzt noch trennt, 
von dem was man Freiheit nennt,
Die Ungerechtigkeit,
Ist bald Vergangenheit!

Das Haus

Wir wollen mit diesem Lied all diejenigen stützen, die den Mut zur Selbsthilfe haben, und leerstehende Häuser besetzen, um sie wieder bewohnbar zu machen.

Text: Fred Ape
Musik: Fred Ape und Pit Budde

Das Haus war zugemauert
Das Haus stand lange leer
Es hat bis heut' gedauert
Wir stell'n es wieder her
Wir stell'n es wieder her

Und ohne Planquadrate
Ein Stückchen Freiheit bau'n
Die Wände voll Plakate
Beschreiben unsern Traum
Beschreiben unsern Traum

Langsam kommt die Wärme
Nicht nur von heißer Luft
Die Küche wird Taverne
Erfüllt von Kräuterduft
Erfüllt von Kräuterduft

Am Fenster blühen Planzen
Erzähl'n from Friedensziel
Und sieht man es im Ganzen
Fehlt zum Glück nicht viel
Fehlt zum Glück nicht viel

"Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei, hier spricht die Polizei, dies ist unsere letzte Aufforderung. Sie befinden sich in fremdem Eigentum. Wir sind verpflichtet, Eigentum zu schützen. Kommen sie heraus, leisten sie keinen Widerstand ... andernfalls müssen wir Gewalt anwenden ... Erste Hundertschaft ... VOOR!"

Wir stehen auf der Treppe, da bricht die Haustür auf
Sie bilden eine Kette und stürmen in das Haus
Helmvisier geschlossen, den Knüppel in der Faust
Wir liegen auf dem Boden und halten's kaum noch aus
Die Pflanzen rausgerissen, die Bilder von der Wand
Der tritt den Traum mit Füßen, was ist das für ein Land
Sie reißen uns an Haaren und sclagen ins Gesicht
Sie können uns nur tragen, von alleine gehn wir nicht
Es hat nicht lang gedauert, da ist der Spuk vorbei
Der Bautrupp kommt unmauert,
Die lachen noch dabei
Die lachen noch dabei
Die lachen noch dabei

Das Haus war zugemauert
Das Haus stand lange leer
Es hat bis heut' gedauert
Wir stell'n es wieder her
Jetzt stell'n wir's wieder her

Die Indianer Sind Noch Fern

Wären sie nur hier, die Indianer, mit ihrer Ehrfurcht vor der Erde.  Vielleicht würden wir lernen, wie man in der Natur, und nicht gegen sie lebt.

Text: Pit Budde
Musik: Neil Young

Eisblumen sehn durchs Fenster
Einer langen Winternacht
Beim Untergang der Sonne
Haben wir uns aufgemacht
Zu unsrer letzten Flucht
Vot dem weißen Mann
Aus den Wäldern
Die wir nie wiedersahn

Sie verbrannten unsre Tipis
Erschlugen Frau und Kind
Mordeten die sich ergaben
Und zurückgeblieben sind
Mit ihren Feuerstöcken
Und so manchem Vertrag
Den wir mit ihnen schlossen
Schaufeln sie unser Grab

Sie brachten uns den Whiskey
Sie brachten uns die Pest
Sie brachten uns die Regierung
Die uns verhungern läßt
Und die Kirche
Die uns den Glauben nahm
Und die Kinder
Die wir nie wiedersahn

Sie nahmen uns den Frieden
Sie nahmen unser Land
Sprengten heilige Berge
Und vergifteten den Strand
Und sie lachten nur
Doch haben wir sie gewarnt
Daß Mutter Erde
Sie alle darfür straft

Eisblumen sehn durchs Fenster
Einer langen Winternacht
Die Autos fahrn mir übern Bauch
Und Geronimo hält Wacht
In meiner kleinen Bude
Hier im Feindesland
Mit meiner Wut im Bauch
Hier im Feindesland
Mit meiner Wut im Bauch

Atemnot

Keuch!

Text und Musik: Pit Budde

Atemnot, im Sonderangebot
Atemnot, im Sonderangebot
Is es nicht toll, is es nicht toll
Wenn die Erstickung droht
Und dazu der Nervenkitzel
Und hier und da, da sitzt ein Spitzel
Und fragt ob sich was zusammenbraut
Doch seine Lungen pfeifen viel zu laut

Atemnot, im Sonderangebot
Atemnot, im Sonderangebot
Is es nicht toll, is es nicht toll
Wenn die Erstickung droht
Florian Müller beantragt ne Kur
In Bad Nauheim mit Akkupunktur
Er sehnt sich in den Pütt zurück
Jetzt iser Vorraucher in ner Stumpenfabrik

Atemnot, im Sonderangebot
Atemnot, im Sonderangebot
Is es nicht toll, is es nicht toll
Wenn die Erstickung droht
Die alten Männer an der Kreuzung sitzen
Auf ihren Abstellbänken und sind am schwitzen
Jeder fragt sich wie der wohl heißt
Der vor dem Morgengraun in den Asphalt beißt

Atemnot, im Sonderangebot
Atemnot, im Sonderangebot
Is es nicht toll, is es nicht toll
Wenn die Erstickung droht

Platanen Statt Autobahnen

Es passiert immer öfter, daß sich die Bürokraten und Politiker einfach über dir Köpfe der Menschen hinwegsetzen und den größten Unsinn machen.  So geschehen im Sommer 1980 in Dortmund an der B1, wo an die 200 Bäume den Ignoranten im Rathaus zum Opfer fielen.

Text: Klara Brandi
Musik: Giovanna Marini

Als ich letzten Sommer ausem Urlaub kam
Ich dacht ich trau meinen Augen nicht
Wir fuhren auf der Autobahn
Und in der Mitte da fehlten dir Bäume mit'n Mal

Die B1, die sich ganz durch das Ruhrgebiet zieht
Ist da wo sie durch Dortmund führt
Von 280 Platanen umstanden
Die wir plötzlich nicht mehr wiederfanden
Und abends, da schellte das Telefon
Denn die Leute aus Dortmund, die trafen sich schon
Und am nächsten Morgen um 9 Uhr früh
Da standen wir schon den Bullen vis-a-vis

Dann sprachen wir mit den Bewohnern der Straße
Denen der Lärm und die Autoabgase
Jetzt direkt in die Schlafzimmer wehn
Wo sonst die alten Plantanen stehn
Den  so ein Baum der da 80 Jahre steht
Der hat schon ne ganz schön riesige Krone
Und wenn man darunter spazieren geht
Dann fühlt man sich gleich wohl - zweifelsohne

Für 200 Leute Luft in der Stunde
Das liegt scließlich jeglichem Leben zu Grunde
So'n Baum, der kann das für uns produzier'n
Jetzt soll er weg und wir stehn hier und diskutieren

Dann gingen wir endlich zum Rathaus runter
Und wollten mit'm Bürgermeister reden
Aber die ham da nur rumgestunken:
Für drei "Mann" wär nur ein Termin zu vergeben
Diese drei sind aber nur drei und nicht alle
So stelln sie uns immer wieder ne Falle
Wenn er statt alle nur drei bestellt
Dann hat er eben den Beruf verfehlt

Nur wir können entscheiden was gut für uns ist
Denn wir kennen uns schließlich am allerbesten
Die, die man wählt, machen doch nur Mist
Und vertreten nur ihre eigenen Interessen

Drum laßt uns das ganze Rathaus abräumen
Und ne Wiese hinpflanzen mit ganz vielen Bäumen
'nen Garten baun mit Zwiebeln un Möhr'n
Dann kann uns auch keiner beim Leben mehr stör'n!!

Ist Das Nicht Gemein,
Mit Diesem Gesangsverein

Dies ist ein "Auf-der-Autobahn-unterwegs=" Lied.  Entstanden auf der trostlosen Piste zwischen Stuttgard und Frankfurt.

Text und Musik: Pit Budde, Klara Brandi

Heute morgen wieder, grau und müde
Auf der Autobahn
Häuser, Städte, Berge ziehn vorrüber
Knapp 6 Stunden werdn wir fahrn
Vorbei an Wäldern und an bunten Feldern
Und durch Wüsten aus Beton gemacht
Der Regen trommelt uns den Takt aufs Dach
Hörst du wie er lacht

Wow, wär das astrein
Jetzt auf der Bühne zu sein
In die Mikros zu schrein
Is das nich gemein
Mit diesem Gesangsverein
Auf der Bahn zu sein

Noch ne Stunde und wir findens endlich
Doch keiner weiß bescheid
'n kleiner Raum und nette Leute
Doch nichts zu essen weit und breit
Kisten Kästen und auch Boxen schleppen
Hätten wir erst aufgebaut
Auf den Treppen, Zigaretten neppen
Heute wird es sicher laut

Wow, wär das astrein
Jetzt auf der Bühne zu sein
In die Mikros zu schrein
Is das nich gemein
Mit diesem Gesangsverein
Am malochen zu sein

Fast schon Morgen wird es, bis wir endlich
Deas letzte Lied gesungen habn
Naßgeschwitzt und hundemüde
Bedröhnt, besoffen, total lahm
Die Leute zieht es weg, sie gehn nach Hause
Vielleicht hilft mal einer mit
Denn wir müssen den Kram hier noch abbaun
Der Wirt verteilt den letzten Sprit

Wow, wär das astrein
'n bißchen Dope zu leihn
Und im Bett zu zwein
Is das nich gemein
Mit diesem Gesangsverein
Unterwegs zu sein

Rock'n Roll Rentner

Rock'n Roll Rentner ist im Andenken an einen Baßisten entstanden, der im Alter von 22 Jahren an einer Überdosis Heroin gestorben ist.

Text: Günther Holtmann
Musik: Pit Budde

Wir waren siebzehn, achtzehn Jahre alt 
Und wir hatten eine Band
Wir wollten weiter nichts als spielen überall
Nur noch von der Musik zu leben
Das was unser Traum
Und mit ganzem Herzen waren wir dabei
Wir sparten jeden Pfennig für Gitarren und für Amps
Und übten jeden Tag unglaublich laut
Und manchmal kamen Bullen von den Nachbarn alarmiert
Denen hatten wir bald jeden Nerv geklaut

Wir wollten so berühmt sein wir die Beatles
Wie Jimi Hendrix oder wie die Rolling Stones
Wir wußten überhaupt nichts von der Musikindustrie
Und ob ein Leben als Popstar sich lohnt

Eines Tages sahst du anders aus
Deine Haut war gelb und fahl
Die Pupillen waren merkwürdig klein
Du warst verliebt in Sister Morphin
Und ich merkte auch schon bald
Daß es dir mehr wert war
Als weiterhin mein Freund zu sein
Ich packte meine Koffer und verschwand aus uns'rer Stadt
Zog nach München und wohnte dort ein Jahr
Dann kehrte ich zurück und fragte überall nach dir
Doch du warst plötzlich auch nicht mehr da

Machst du jetzt Musik mit Jimi Hendrix
Spielst bei Janis Joblin in der Band
Ich hoffe, daß es dir da oben besser geht als hier
Wo man im heißen Licht der Spotlights verbrennt

Resolution*

Text: Bert Brecht
Musik: Hanns Eisler

In Erwägung unserer Schwäche machtet
ihr Gesetze, die uns knechten soll'n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet
in Erwägung, daß wir nicht mehr Knecht sein woll'n.

In Erwägung, daß wir hungrig bleiben
wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell'n, daß nur Fensterscheiben
uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, daß da Häuser stehen
während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
weil es uns in uns'ren Löchern nicht mehr paßt.

In Erwägung, es will euch nicht glücken
uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt selber die Fabriken 
in Erwägung, ohne euch reicht's für uns schon.

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, daß wir der Regierung 
was sie immer auch verspricht, nicht trau'n
haben wir beschlossen, unter eig'ner Führung
uns ein bess'res Leben aufzubau'n .

In Erwägung, ihr hört auf Kanonen
and're Sprache könnt ihr nicht versteh'n
müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen
die Kanonen auf euch dreh'n.

Letztn Sommer Warn Wa Schwimmen

Ein Cochise "Küchentischtext".  Kollektive geschrieben über das Baggerloch Silbersee.

Text: Pit Budde, Klara Brandi, Freiberg, Günther Holtmann
Musik: Loudon Wainwright III.

Letztn Somma warn wa schwimmen
Letztn Somma war ganz groß
Da sind wir hin zum Baggersee
Wir hatten ja kein Moos
Und ohne Moos nix los

Letztn Somma ging die Post ab
Da war der Himmel Blau
Das Wasser warm, die Wiesen grün
Wir hatten was zum ziehn
Das hatten wir uns geliehn

Es schwamm der dicke Dieter
Es schwamm der dünne Pit
Da kam der weiße Hai vorbei
Und nahm sie beide mit
Der dünne Pit entglitt

Ich hab ne Gummiente
Der Karl n Rettungsring
Der Günner saß im Paddelboot
Unf fing noch an zu sing
Als er schon unterging

Und nächstes Jahr geht's wieder
Zu unserm Baggerloch
Und in den neuen Stacheldraht
Da schneiden wir uns ein Loch
Hoffentlich geht das noch

Jetzt Oder Nie - Anarchie

Dieses Lied aus Gründen der allgemeinen Ausgewogenheit: Anarchie, daß heißt: Abwesenheit von Herrschaft, Abwesenheit von Autorität, freie Entfaltung aller Menschen, und ein Leben nach den Bedürfnissen aller!

Text und Musik: Pit Budde

Wir wollen keine Bullen die uns prügeln
Wir wollen keine Gesetzt die uns zügeln
Wir wollen keine Städte in denen wir ersticken
Wir wollen keine Bürger, die reichen, fiesen, dicken

Jetzt oder nie - Anarchie!

Wir brauchen keine Sprays mehr, 
Die klaun uns die Ozonschicht
Wir brauchen kein Morgen-, 
Keine Mittag-, keine Nachtschicht
Wir brauchen kein Fernsehen, das uns nur dumm macht
Wir brauchen keine Richter, Soldaten, keine Staatsmacht

Jetzt oder nie - Anarchie!

Wir brauchen keine Pässe, wir brauchen keine Grenzen
Wir brauchen keine Schulen, es sei denn sie zu schwänzen
Wir holen alle Knackies endlich aus dem Knast
Das Leben wird ein Fest, wir lieben ohne Hast

Jetzt oder nie - Anarchie!

Die Bürokraten schmeißen wir aus dem Rathaus raus
Und machen für uns alle ne Pommesbude draus
Wir nehmen uns die Häuser, wir zahlen keine Mieten
Es gibt nur ein Gesetzt, es ist verboten zu verbieten!

Jetzt oder nie - Anarchie!

 

 

 

 

 

 

* Cochise ließ diese Strophe von der originalen "Resolution der Kommunarden" aus:

In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen
während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen
in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird

Unter Geiern

Du Ganz Allein

Text und Musik: Pit Budde

Jetzt hab ich schon 10 mal bei dir angeschellt
Doch du machst nicht auf, nur dein Hund hat gebellt
Ich weiß nicht, ob ich leben oder sterben soll
Ich bin völlig am Ende, das Maß ist langsam voll
Du schreibst, das wär dir ganz egal
Ich kann das nicht verstehn, ich find das brutal

Alle unsre Freunde sehn mich nicht mehr an
Wem soll ich jetzt noch sagen, daß ich nicht mehr weiter kann
Ich trau mich nicht nach draußen, ich weiß nicht warum
Und häng hier schon seit Wochen total apathisch rum
Du sagst, das geht dich nichts mehr an
Doch ich weiß, daß ich ohne dich nnicht leben kann

Jetzt schickst du sogar meine Briefe zurück
Und die bunten Fotos von unserm kurzen Glück
Du holst dir alle Sachen, die ich noch von dir hab
Du siehst mich nie mehr wieder, es sei denn, mein Grab
Ich bring mich um, du bist so gemein
du hast die schuld, du ganz allein, du Schwein

Wir Nehmen Uns, Was Wir Brauchen

Text und Musik: Pit Budde

Sag, wie lang stehen die Häuser schon leer?
Ne ganze Zeit, Und jedes Jahr werdens 'n paar mehr
Und ich hab fast ein Jahr ne Wohnung gesucht
Die Hacken wundgelaufen und nur noch geflucht

Die Makler und Gesellschaften abgegrast
Zu Zeitungen und Vermietern hingerast
Und hier stehen so einfach 10 Häuser frei
Die wir so dringend brauchen, was ne Sauerei

Wir nehmen uns was wir brauchen
Und zwar jetzt!

Bald waren die ersten Häuser besetzt
Spekulanten und Politiker schrien entsetzt
Das Dortmunder Packeis begann zu taun
Endlich Kraft, Fantasie und sich was traun

Wir nehmen uns was wir brauchen
Und zwar jetzt!

Dienstag Früh

Text und Musik: Pit Budde

Dienstag früh um 6 werd ich vom Telefon geweckt
Bi nich ganz benommen als die Stimme mich erschreckt
"Telefonkette hier - Dorstfeld wird geräumt"
Ich spring in die Klamotten, grad hab ich noch geträumt

Alle Straßen nach Dorstfeld sind längst abgesperrt
Ich lauf auf Schleichwegen zum lalülala-Konzert
Führ nochn paar Leute an den Sperren vorbei
Da packen mich die Bullen - für heut ists wohl vorbei

Doch scheinbar ham die mit mir nicht viel im Sinn
Ne Anzeige, ich muß gehn, das wollt ich ohnehin
Die Besetzer werden gerade abtransportiert
Ich lauf rüber zum Hellweg, jetzt wirds kompliziert

Besetzer auf den Dächern, Leute vor dem Haus
Bullen überall ziehen die ersten schon raus
Der Hellweg wird geräumt, die ersten Scheiben splittern
Sie greifen ein paar raus, Bärbel hinter Gittern

Wir greifen die jetzt an, so einfach solls nicht sein
Sie packen mich schon wieder, ich kann mich noch befrein
Ein Schwin schlägt mich von hinten, er at mich voll erwischt
Die Fratze merk ich mir, und bin noch mal entwischt

Nach der ersten Räumung ging einiges zu Bruch
Wir werden jetzt gemeiner bei jedem Bullenbesuch
Hürt zu Politiker, ihr dürf nicht mehr vergessen
Das nächste dutzend Häuser ham wir längst vermessen

Bildet Banden

Text: Pit Budde
Musik: Martin Buschmann

Die Zeiten werden härter
Der Wiederstand wird stärker
Scheiben klirren in der Nacht
Gorillas wolln uns schlagen
Mit Gas uns Angst einjagen

Ohne uns!

Wenn Bullen aufmarschieren
Terror inszenieren
Ham wir an die Antwort schon gedacht
Kleinkrieg in den Städten
Davor ham se Schiß

Bildet Banden!

Nachricht

Text und Musik: Pit Budde

Haß du gehört was gestern passiert ist?
In Bolivien hat das Militär geputscht
Hast du gehört wie viele schon Tod sind?
In Bolivien hat das Militär geputscht

Die Mienenarbeiter wehren sich noch
Mit Steinen gegen Gewehre
Barrikaden in den Mienenstädten
Mit Dynamit gegen Raketen

Die USA weint Krokodilstränen
Der CIA hat von all dem nichts gewußt
In Chile, Argentinien ham sie's ausprobiert
und jetzt ham sie wieder von nichts gewußt

Doch woher stammen die Waffen
Die die Mörder tragen
Wer lehrte sie die Folter
Und ihre Brüder zu jagen?

Wer macht die Diktaturen
Wer zieht daraus Profite
Wer lacht über die Toten
Und steigert die Rendite?

Laßt uns mit allen Fäusten
Auf siese Schwine zeigen
Laßt sie uns schlagen
Wir werden nicht mehr schweigen

Laßt uns die Revolte
In unsre Städte tragen
So helfen wir uns und denen
Die noch Hoffnung haben

Wir werden kämpfen
Und die Erde wird frei
Oder sie fliegt in Stücke
Samt der ganzen Heuchelei

Laß Mich Nochmal Ziehen

Am 7.11.81 wurde in Dortmund eine Demonstration zur geplanten Startbahn West von SEK-Leuten brutal zusammengeknüppelt.  Ohne vorwahnung umzingelten sie uns, schlugen auf uns ein.  Demonstranten wurden krankenhausreif geprügelt, Klar wurde geschlagen und festgenommen.  Der Einsatzleiter des SEK drohte uns, wir - Cochise - sollten uns in Dortmund nicht mehr blicken lassen, sonst würde es uns an den Kragen gehen.

Ein paar Tage später warf ein Jugendlicher Benzinbomben in ein städtisches Gebäude in Lügendortmund.  Er verbrannte bei diesem Anschlag.  Vorher hatte er noch "Rache für den 7.11" an eine Hauswand gesprüht.

Text und Musik: Pit Budde

Auf der Straße hört man türkische Musik
100 Meter weiter steht ein bedröhnter Freak
Spricht mit seinem Hund, den Joint noch in der Hand
Graß hinter Fenstern - Sprüche an der Wand

Durch die Lücken die Bagger gerissen haben
Zieht der Wind - ein Polizeiwagen
Fährt Strife, die Stimme weckt mich ausdruckslos
Laß mich nochmal ziehn und dann geht's los

Ich dreh mich um und mach das Fenster zu
Ist alles fertig für das Rendevouz?
Die Flaschen abgefüllt, die Uhren gleichgestellt
Haare weg - Gesichter leicht entstellt

Wir steigen in die Autos und sehn uns noch mal an
Bis in zwei Stunden, slles klar? Bis dann
Geht etwas schief ... ach, Scheiße, es klappt fehlerlos
Laß mich noch mal ziehn und dann geht's los

Keiner Hat Zeit

Text und Musik: Pit Budde

Eva denkt an Klaus und sie ruft ihn oft an
Mit Herzklopfen denkt sie: er geht sicher nicht dran
Und wenn sie ihn erreicht, hat er keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen, sie ist es noch nicht Leid

Klaus denkt nicht an Eva, er ruft sie auch nicht an
Wenn das Telefon klingelt, geht er einfach nicht ran
Und wenn er sie mal trifft, hat er keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen und er ist es langsam Leid

Klaus denkt an Gabi und ruft sie auch oft an
Trotz Herzklopfen denkt er: sie geht sicher nicht ran
Und wenn er sie erreicht, hat sie keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen und er ist es noch nicht Leid

Gabi mg den Klaus nicht und sie ruft ihn auch nie an
Und schellt er an der Tür geht sie einfach nicht ran
Sieht er sie mal, hat sie doch keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen und sie ist es ganz schön Leid

Gabi denkt an Wolfgang, sie ruft ihn dauernd an
Trotz Schmerzen im Herzen, sooft sie nur kann
Denn ist er in der Leitung, hat er keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen und sie ist es noch nicht Leid

Wolfgang pfeift auf Gabi, und ruft sie auch nicht an
Er läßt sie einfach stehen, und spricht sie ihn mal an
Will er nur schnell weiter und hat keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen und er ist's total Leid

Wolfgang denkt an Rosi und er ruft sie jetzt an
Doch da ist grad besetzt, deshalb geht sie nicht dran
Gestern hat er sie gesehn, da war es soweit
Da hat er sich in sie verliebt und in ihr buntes Kleid

Doch Rosi denkt an Eva und sie ruft sie grade an
Sie hört ihr Herz klopfen, doch Eva geht nicht dran
Und sehn sie sich dann morgen, am sie hoffentlich Zeit
Sonst dauert das noch Wochen und keiner wird's Leid

Und ich lieb sie alle und kann mich nicht entscheiden
Und eh daß ich nen Korb krieg, laß ichs besser gleich bleiben
Ich bin auch viel zu schüchtern und hab keine Zeit
So geht das jetzt seit Wochen und ich bin es längst Leid

Isumuya

Isumuya ist ein Wort aus der Hopi-Sprache und bedeutet soviel wir "leises Rauschen im Schilf..."  Das Lied ist nach einer Kanufahrt auf finnischen Seen entstanden.  Mit dem Kanu unterwegs zu sein, ist ein spirituelles Erlebnis.  Die Vision, inter dem nächsten Schilfufer ein Indianerdorf zu finden, entspricht authentischen Gefühlen, die Fantasie und Wünsche beflügeln.  Daneben ist das Lied eine Absage an eine exotische, künstliche Identität, die wir uns nur zu gerne überstülpen, um einen Halt in unserer sich selbstzerstörenden Welt zu finden.  "Ein guter Tag zum Sterben" ist ein Spruch der Sioux-Indianer, bevor sie in den Kampf zogen; "Freiheit oder Tod" war die Parole der spanischen Anarchisten währen der Revolution.

Text und Musik: Pit Budde

Es war grad als die Sonne aufging
Und ich das Dorf am Ufer sah
Ich hatte schon zu lang gesucht
Es fiel mir scher zu glauben: ich bin da

Doch bald erkannte ich die Menschen
Mit Federn im langen Haar
In schönen, bunten Lederkleidern
Leben, überall wohin ich sah

Ich hörte Fraune lachen
Mit Kindern auf dem Arm
Einige standen am Ufer
Winkten als sie mein Kanu sahn

Nach meiner langen Reise
War ich jetzt endlich da
Ein Glücksgefühl ergriff mich
das Ziel zum greifen nah

Dach als ich fast an Land war
Verschwamm die Szenerie
Ich stach wie wild ins Wasser
Sah deutlicher und schrie

Durchs Lager hallten Schüsse
Ich roch den Pulverdampf
Ich sah dire Menschen fallen
In ihrem letzten Kampf

Ein guter Tag zum Sterben
Freiheit oder Tod
Ich wollte jetzt mit ihnen kämpfen
Doch saß weit weg im Boot

Die Schlacht, die war so weit, weit weg
Und ist schon lange her
Und als der Nebel endlich floh
Da hatte ich kein Ziel mehr

Die Zeit läßt sich nicht zurückdrehn
Crazy Horse und Cochise sind tot
Und auf der suche nach Identität
Brauchen wir ein neues Morgenrot

Und wenn wir uns morgen treffen
Auf der Straße mit unserm Zorn
Aus unserer Angst endlich Kraft wird
Ist das ein kleiner Schritt nah vorn

Du Kotzt Mich An

Text: Pit Budde, Klara Brandi
Musik: Pit Budde

Ach, wenn ich dich schon seh in deiner Uniform
Du bist so wichtig das find ich ganz enorm
Mit deinem Käppi aud dem brisk-frisierten Kopf
An deinem braunen Hemd da fehlt kein einziger Knopf

Du kotzt mich an!

Du bist der Scheriff im wilden Westen
Nur mit der Knarre gehts dir am besten
Die locker am Gürtel hängt und dich zum Herrgott macht
Der über Tod und Leben hier zu bestimmen hat

Du kotzt mich an!

Du bist'n Roboter du läßt dich programmieren
Ganz ohne Gewissen. du mußt nur funktionieren
Auf Menschenjagd und dumme Sprüche, haben sie dich dressiert
Ich bin jetzt langam sicher, die ham dein Gehirn amputiert

Du kotzt mich an!

Du siehst so männlich, unwiederstehlich aus
Du bist so erotisch wie eine Mickey-Maus
Mal biste 'n Zinipopper, mal haste Leder an
Und doch seh ich dir immer gleich den Gorilla an

Du kotzt mich an!

Der Henker

Text und Musik: Pit Budde

Helft mir, schrie der Henker
Es war nicht meine Schuld
Die Befehle kamen von oben
Habt mit mir Geduld

Ich war doch nur das Schräubchen
In der Riesenmaschinerie
Es war nur meine Arbeit
Ich dachte dabei nie

Aus der Menge rief einer:
Der Mann hat wirklich recht
Wir könne ihn nicht strafen
Er war doch nur ein Knecht

Aber lassen wir ihn laufen
Wer gibt die Garantie
Daß er nicht wieder zuschlägt
Mit dem Henker leben: nie

Wir machen uns selbst zum Henker
Hört man jemanden schrein
Wir sind kein Dei\ut besser als er
Ich sag zur Rache nein

Der nächste rief entrüstet:
Aber wieviel hat er getötet
Wie können wir das vergessen
Den Sand mit Blut gerötet

Und als sich all stritten
Grif der Henker sein Beil im nu
Sah seine Chance kommen
Und schlug gleich wieder zu

Gestern Hamnse Den Wald Gefegt

Text und Musik: Pit Budde

Gestern hamnse den Wald gefegt
Und die Wege asphaltiert
Die Wiesen kurz mal laubgesaugt
Die Eichhörnchen dressiert
Den See haben sie zugeschütten
Den Sumpf hamnse trockengelegt
Die Vögel endlich weggejagt
Und Lautsprecher verlegt

Das hört sich ganz schön übel an
Doch Ordnung muß halt sein
Um die Natur in' Griff zu kriegen
Machen wir sie notfalls ein

Die krummen Bäume sind abgehackt
Und in Reih und Glied gepflantzt
Stehn die neuen, es sind auch schon
Die Herzchen eingestanzt
Da ließ man: 29581
Liebt 94384
Jeder hat ne Nummer jetzt
Auf der Stirn und aufm Papier

Das hört sich ganz schön übel an
Doch scheinbar muß das sein
Denn für die innere Sicherheit
Ist kein Risiko zu klein

Wir wohnen jetzt in Schachteln
Aus Beton und Müll gemacht
Mal rot mal blau mal gelb mal grün
Und Tag und Nacht bewacht
Willst du mal alleine sein
Mit deiner Liebsten oder so
Da sind dann auch noch Kameras
Überm Bett und aufm Klo

Das hört sich ganz schön übel an
doch scheibar muß das sein
Was wurd nicht alles ausgeheckt
zu zweit im Mondenschein

Morgengraun

Text: Pit Budde
Musik: Neil Young

Ich fuhr nachts auf der Autobahn
Die Augen fielen mir zu
Ich hielt auf einem Parkplatz an
Ich brauchte etwas Ruh

Ich stieg aus meinem Wagen
Die Nacht war lau und klar
Ich blintzelte die Sterne an
Der Wind strich über mein Haar

Ich fühlte mich entspannt und wach
Konzentiert und zugleich leer
Ein frösteln lief mir durch den Kopf
Ich dachte an nichts mehr

Die unglaubliche Ruhe
Ergriff mich auf einmal
Ich traute meinen Augen nicht
Und erstarrte, als ich sah

Die Wiese strahlte freundlich
Die Sträucher winkten mir zu
Sie streckten ihre Arme aus
Und tantzten auf mich zu

Die Erde zog mich an sich
Ich spürte ihren Duft
Der Wind um mich erbebte
Er warf mich in die Luft

Der Himmel explodierte
Die Farben sogen mich auf
Die Sternsprialen glänzten
Ich schwamm in sie hinauf

Verlor mich in Gefühlen
Für die ich kein Wort kenn
Ich war alles, und alles in mir
Ich glaubte, ich verbrenn

Ich fand mich unter Bäumen
Oder war ich selbst ein Baum
Ich dacht' ich würde träumen
Und doch war es kein Traum

Ich stand noch lange da
Schweigend und gebannt
Zu sehen oder blind zu sein
Liegt nur in unsrer Hand

Die Erde War Nicht Immer So

Die Erde War Nicht Immer So

Text und Musik: Pit Budde

Wer immer ihr seid, ganz gleich wo ihr lebt
Seht wie der Tod längst über uns schebt
Verbrennt eure Masken und zeigt das Gesicht
Den nächsten Krieg überleben wir nicht

Dann gibt es keinen mehr der unsere Geschichte schreibt
Kein Lied, keine Hoffnung, die am Leben bleibt
Die Erinnerung an uns - ein zerstrahlter Planet
Der einsam und Tod um die Sonne sich dreht

Die mit den Pflanzen sprechen 
Habens längst prophezeit
Mit den Tieren singen sie
Es ist bald soweit
Die Zeiten werden sich ändern
Die Erde war nicht immer so

Wer immer ihr seid, ob weiß oder rot
Ob gelb oder schwarz, jeder braucht Brot
Und Wasser und Luft und Platz für die Kinder
Ein Dach über'm Kopf und Wärme im Winter

Und Liebe und Frieden, Würde und Freiheit
Mit Mutter Erde ein Leben in Einheit
Mit unsern Brüdern den Pflanzen und Tieren
Im Kreislauf des Lebens wird alles harmonieren

Die mit den Pflanzen sprechen 
Habens längst prophezeit
Mit den Tieren singen sie
Es ist bald soweit
Die Zeiten werden sich ändern
Die Erde war nicht immer so

1,2,3 Laßt Die Leute Frei

Text und Musik: Pit Budde

Die letzten Minuten in unserem Haus
Wir standen Hände hoch an der Wand
Mit Hunden hielten sie uns in Schach
Sie hatten ihre Knarren in der Hand
Sie führten uns dann einzeln raus
In ihr bestztes Land
Und als wir in der Wanne saßen
Sahn wir die Parolen an der Wand

1,2,3 laßt die Leute frei!
1,2,3 laßt die Leute frei!
1,2,3 laßt die Leute frei!

Als wir zehn in der Zelle waren
Kamen wir ganz gut drauf
Wir lachten und tanzten
Uns sangen und schrien
Schlugen an die Tür, doch die ging nicht auf
Wir machten ne Pause, da hörten wir was
Wir warn nicht mehr allein
Unsere Freunde standen vor dem Knast
Wir hörten sie draußen schrein:

1,2,3 laßt die Leute frei!
1,2,3 laßt die Leute frei!
1,2,3 laßt die Leute frei!

Und die Demo gegen die Startbahn
Wir warn alle dabei
Doch als wir an der B1 ankamen
Gabs ne Riesenschlägerei
Die SEK's schlugen auf uns ein
Und griffen sich viele raus
Der Rest von uns lief rauf zum Knast
Wir schrien: lasßt die Leute raus!

1,2,3 laßt die Leute frei!
1,2,3 laßt die Leute frei!
1,2,3 laßt die Leute frei!
6,7,8 sonst gibts ne heiße Nacht

Lacht mich Ruhig Aus

Text und Musik: Pit Budde

Ihr kontrollierten und ihr zivilisierten Leute
Lacht mich ruhig aus
Wenn ich mal wieder unten bin
Ich hab kein Zuhaus

Kein TV und keine Spülmaschine 
Warten abends auf mich
Und auf Kino oder Disco
Steh ich nun mal wirklich nicht

Doch ich weiß wo ich hingehör
Und wenn ich Nachts nicht schlafen kann
Seh ich die Wolken mich rufen
Dann weiß ich, daß ich noch leben kann

Alles was ich brauch ist klare Luft
'nen See aus dem ich trinken kann
'nen Fluß der mein Kanu weiter trägt
Wenn ich nicht mehr bleiben kann

Sonne, die die Felsen wärmt
Regen, der die Pflanzen tränkt
Blauen Himmel und noch Wälder
Durch die ich tagelang laufen kann

Fische, die Nachts aus dem Wasser springen
Den Adler, der seine Kreise zieht
Wind, der in meinen Haaren spielt
Den Taucher mit seinem einsamen Lied

Ihr kontrollierten und ihr zivilisierten Leute
Lacht mich ruhig aus

Raus, Raus, Raus

Text: Dorle Ferber
Musik: Dorle Ferber, Klara Brandi, Pit Budde, Günther Holtmann, Gert Rickmann-Wunderlich

Ich hab zu Haus gebrütet bis einfach nichts mehr ging
Die Wände schauten seltsam und mir wurde immer enger
Und mir war klar, wenn ich so weitermach
Dann schaff ichs nicht mehr durch die Tür
Weil meine eigene Dunkelheit mich festhält

Ich will raus, raus, rau heut abend
Suche etwas Wärme heut abend
Und ich such keinen Prinz und keine Königin
Auch nicht den heißesten Typen von der Scene
Aber jemand mit dem ich reden und lachen
Oder irgendwas Verrücktes machen kann

Ich steh jetzt endlich da und hab mir was bestellt
Bin noch ganz schön wacklig 
hab mich doch recht lang vergraben
Zwischen Rotwein, Cola, Apfelsaft
und Zigaretten, selbstgedreht
noch leicht verklemmt un auch verkrampft
Hab ich mich selber eingereiht.

Da sind viele, die schaun so gelangweilt-interessiert
Blickst du denen ins Gesicht
Drehn sie schnell die Augen weg
Ja, wir fühlen uns beschissen
Und dabei noch richtig toll
Und da ist die Angst, die Grenzen zieht
Und uns warten läßt auf irgendwann

Sachbeschädigung

Text und Musik: Pit Budde

Ein Loch ist im Fenster
Ein Loch ganz schön groß
Im Fenster vom Kaufpark
Wer war das denn bloß?

Die Leute gehn weiter
Ein paar bleiben stehn
WSie würden so gerne
Die Action jetzt sehn

Der Chef kommt raus
Sieht wütend die Scherben
Dazwischen den Stein
Inmitten der Werbung

Der Polizeimeister
Flucht laut vor sich hin
Zehn Stück in zwei Tagen
Wo komm wir da hin?

Direkt gegenüber
Steht grinsend ein Mann
Dem man wie immer
Nichts nachweisen kann

Denn der Haifisch der hat Zähne 
Und die trägt er im Gesicht
Doch wir haben ne Menge Steine
Und die Steine seht ihr nicht

Komm Zu Uns

Text und Musik: Pit Budde

Es ist noch gar nicht lange her
Du sagtest mir es fiel dir schwer
Daran zu denken wie es ist
Wenn du erst 35 bist
Das zuzugeben war nicht leicht
Zu sagen, daß die Angst hochsteigt
Vorm Älterwerden und Vergehen
Ohne Träume in die Zukunft sehn

Die Freunde siehst du auch nicht mehr
Die Kampfgefährten, fühlst dich leer
Wenn du erfährst was die jetzt machen
Ihre Gefühle und Ideen verflachen
Die mit dem Staat sich arrangieren
urch Konsum sich korrumpieren
Mit Farbfernsehern und dicken Wagen
Leerem Kopf und vollem Magen

Die Sklaven der Bequemlichkeit
Sind Radfahrer in Wirklichkeit
Die unten treten oben buckeln
Und selig ihre Bierchen nuckeln
Mit ihren schöb gepflegten Bärten
Die Liberalen, Aufgeklärten
Die jeden Satz zehnmal überdenken,
Sich vor Anpassung grotesk verrenken

So stehst du da und weißt doch nicht
Wo du hingehörst ein Traum zerbricht
Du willst nicht werden wie die andern
Die immer nur im Kreis rumwandern
Die sich schon auf die Rente freuen
Jeden Tag Sand in Augen streuen
Statt Sand im Getriebe zu sein
Machen sie weiter - jeder allein

Schmeiß dich nicht weg und bleib nicht liegen
Erzähl von den Kämpfen und den Siegen
Wir brauchen dich und deine Kraft
Zusammen ist es bald geschafft
Wenn du erst deine Angst verlierst
Und endlich mit uns rebellierst
Dann werden wir die Zukunft bauen
Komm zu uns!

Der Staat Ist Doof Und Stinkt

Text und Musik: Klara Brandi und Pit Budde

Der Staat ist doof und stinkt
Und viel zu grell geschminkt
Mit Gestank und Neon und Blechlawinen
Mit Chemie, Atom und Betonruinen

Wir treten aus asu dem Verein
Die Bürokraten sind allein
Wir geben unsern Ausweiß ab
Da gucken sie doof, da sind se platt

Von München bis nach Flensburg
Wird keiner eingezwänkt durch
Fabriken, Stechuhr und das Fließband
Statt dessen sitzen wir am Kiesstrand

Von NeuYork bis nach Hongkong
Wachsen Bäume aus dem Beton
und keiner muß sich mehr besaufen
Ist doch toll im Grünen rumzulaufen

Die Frauen und die Männer
Belügen sich nicht l)nger
Und gehn zusammen auf die Kiste
Begrabe die Beziehungskiste

Oma, Opa und die Enkel
Haun sich vor lachen auf die Schenkel
Die blöden Schlipse und die Kragen
Ham uns schon lang nichts mehr zu sagen

Wir treten aus asu dem Verein
Die Bürokraten sind allein
Wir geben unsern Ausweiß ab
Da gucken sie doof, da sind se platt
Wir lachen uns schlapp...

Feuer

Text und Musik: Pit Budde

Irendwann als ich grad sang
Sah ich dich vor mir stehn
Dein Lachen braune Augen mich ansehn
Mein Blick traf dich dann und wann
nd du fingst zu tanzen an
Ich spürte plötlich - ich fang Feuer

Ich bin nur ein Träumer
Und du warst nur ein Traum
Als das Konzert ein Ende fand
Und ich dir gegenüber stand
Ham meine Augen dich gefragt
Du hast gelacht und nichts gesagt
Ich spürte plötlich - ich fang Feuer

Du bist nur ein Träumer
Und ich war nur ein Traum
Als das Konzert ein Ende fand
Und ich dir gegenüber stand
Ham deine Augen mich gefragt
Ich hab gelacht und nichts gesagt
Ich spürte plötlich - du fang Feuer

Schnee Zu Ostern

Text und Musik: Pit Budde

Der erste Tag dieser Reise
Führte mich in die Vergangenheit
Mit Bildern und Schildern und toten Gesichtern
Zeichen der Vergessenheit
Der Sturm war kalt und der Regen nervte
Ich warf einen letzten Blick
In die Runde einer längst vergangenen Zeit
Ich wußte ich kehr nie mehr zurück

Am zweiten Tag wars wies immer war
Mit Drech und Beton und Abgasen
Meine neue Heimat auf der Autobahn
Kein Blick zurück und nur rasen
Die unendliche Schnur durch ein sterbendes Land
Das emsig sein eigenes Grab aushebt
Über tote Flüsse und durch tote Wälder
Wo der Modergruch längst herweht

Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Panzer rollen durch ein Dorf
Kinder am Straßenrand winken
Häuser scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern,Schnee zu Ostern

Der dritte Tag führte ins Reservat
Wo man glaubt, daß die Welt noch heil ist
Wir schweben übers Wasser und leben den Traum
Der Idylle, die längst nicht mehr da ist
Bussarde kreisen zwischen Bäumen und Himmel
Ein Reiher steht einsam und wartet
Wir atmen leicht im Rhythmus der Zeit
Eine Ewigkeit bis er dann startet

Am vierten Tag zur Startbahnmauer aus Beton
Mit Steinen der Ohnmacht in den Händen
Ein verwüsteter Wald, ein zerrissenes Land
Mit Steckbrief und Parolen an den Wänden
Die Sonne schien heiß und die Augen verbrannten
Die Luft viel zu schwer von dem Giftgas
Ein ätzender Nebel auf unserm Rückweg
Weit weg fielen wir müde ins Graß

Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Wasserwerfen hinter der Mauer
Kinder heulen vom Tränengas
Bäume scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern

Die Nacht nach der Heidehof-Räumung

Text und Musik: Pit Budde

Das war nicht das erste Mal
Und es wird nicht das letzte Mal sein
Das ich zusehn muß
Wie ein Teil von mir
Zerschlagen wird
Doch wir haben es satt
Uns nur bei Beerdigungen zu treffen
Wir vergessen keinen Schlag, keinen Tritt
Nichts bricht unsern Widerstand
Eines Tages werden wir vor euch stehn
Und ihr mit dem Rücken an der Wand!

Jacutin, Für Die Ganze Scene

Text: Pit Budde
Musik: Trad.

Oskar sitzt am Markt und pumpt mich an
damit er sich jacutin kaufen kann
Jacutin - für die ganze Scene
Er ist mittlerweile ganz verlaust
Weil er mal wieder bei den Eltern haust
Jacutin - für die ganze Scene

Hey Schwester, komm schnell her
Halt mich fest, es juckt so sehr
Jacutin - für die ganze Scene

Seit drei Wochen hab ich kein Jacutin
Jetzt wasch ich mich nur noch mit Jacutin
Jacutin - für die ganze Scene
Medizinmann gib mir kein Aspirin
Alles was ich brauch ist Jacutin
Jacutin - für die ganze Scene

Hey Schwester, komm schnell her
Halt mich fest, es juckt so sehr
Jacutin - für die ganze Scene

Läuse, Krätze und noch mehr
Mittlerweile nervt's doch sehr
Jacutin - für die ganze Scene
Wär ich am Nordpol, wär ein Pinguin
Ging's mir gut ohne Jacutin
Jacutin - für die ganze Scene

Hey Schwester, komm schnell her
Halt mich fest, es juckt so sehr
Jacutin - für die ganze Scene

Seh ich nen Bullen, umarm ich ihn
Und in drei Tagen braucht er Jacutin
Jacutin - für die ganze Scene
Ich werd mich jetzt wohl besser verziehn
bevor alles ersäuft im Jacutin
Jacutin - für die ganze Scene

Hey Schwester, komm schnell her
Wir haun ab ich packs nicht mehr
Jacutin - für die ganze Scene

Mutter Erde

Text und Musik: Pit Budde

Ein paar waren Träumer, ein paar waren verrückt
Für manche wars nur Mode, die sie kurz beglückt
Manche schrieben Bücher, manche gingen aufs Land
Mamche hackten den Beton auf und suchten hier den Strand

Wenn sie auch nicht zusammen warnm
Sie hatten doch nur ein Ziel:
Nicht zurück nein nach vorn, zu Mutter Erde

Viele wollten nur leben, einfach irgendwo
Andre wollten kämpfen überall und nirgendwo
Ein paar waren Verlierer, ein paar hatten viel Geld
Dach all hatten sie Angst vor dem Ende der Welt

Wenn sie auch nicht zusammen warnm
Sie hatten doch nur ein Ziel:
Nicht zurück nein nach vorn, zu Mutter Erde

Viele warn nur am Reden und vergaßen den Kampf
Andre gingen in die Städte, machten in den Straßen Dampf
Ein paar ließen sich wählen, ein paar warn Anarchist
Ein paar schmissen mit Steinen, ein paar warn Polizist

Wenn sie auch nicht zusammen warnm
Sie hatten doch nur ein Ziel:
Nicht zurück nein nach vorn, zu Mutter Erde

 

 

Cochise und Freunde - Live

Probewohnen

Text und Musik: Pit Budde

Es ist kalt in meiner Bude
Und Kohlen gibt's nicht mehr,
Draußen friert der Neuschnee grad zu Dreck.
Im Bett Ist's so toll warm,
Wenn ich mich an dich kuschel -
Und doch träum ich mannchmal 
von hier weg

Ich wär jetzt so gern 
Mit dir allein bei Karstadt
Beim Probeschlafen im zweiten Stock
Im französischen Bett ganz lila
Mit Digital-radio-wecker -
Genau auf sowas hätt ich grade Bock

Es ist kalt in meiner Bude
Ich sitzt allein beim Frühstück
Das macht mich absolut nicht an.
Der Kühlschrank ist längst leer,
Der Geldbeutel geplündert -
Warum rufst du denn jetzt nicht
Bei mir an?

Ich wär jetzt so gern 
Mit dir allein bei Karstadt
Beim Probefrühstück im ersten Stock
Im Schaufenster runsitzen,
Gucken, wie die Detektive flitzen -
Genau auf sowas hätt ich grade Bock

Der Traum ist aus

Text und Musik: Rio Reiser, Bearbeitung Cochise

Ich hab geträumt der Winter war vorrüber
Du warst hier und wir waren frei
Und die Morgensonne schien
Es gab keine Angst und nichts zu verliern
Friede bei den Menschen und unter den Tiern
Das war das Paradies

Der Traum ist aus
Der Traum ist aus
aber ich werde alles geben
daß er Wirklichkeit wird
aber ich werde alles geben
daß er Wirklichkeit wird

Ich hab geträumt der Krieg war vorbei
Du warst hier und wir waren frei
Undi die Morgensonne schien
Alle Türen waren offen, die Gefängnisse leer
Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr
Das war das Paradies

Der Traum is aus ...

Gibt es ein Land auf der Erde
Wo der Traum Wirklichkeit ist
Ich weiß es wirklich nicht
Ich weiß nur eins und da bin ich sicher
Dieses Land ist es nicht
Dieses Land ist es nicht
Dieses Land ist es nicht
Der Traum ist ein Traum zu dieser Zeit
doch nicht mehr lange, mach dich bereit
Für den Kampf ums Paradies
Wir ham nichts zu verlieren außer unsere Angst
Es ist unsere Zukunft, unser Land
Gib nir deine Liebe, gib mir deine Hand

Der Traum ist aus

Page Counter